Luftbefeuchtung zur Minderung des Infektionsrisikos (mobile Luftbefeuchter)
Mobile Luftbefeuchter sind unerlässlich, wenn es darum geht, eine relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 % in der Heizperiode zu gewährleisten. Bei der Wahl des richtigen Gerätes sollte der Hauptfokus auf den hygienischen Betrieb gelegt werden. Damit keine Bakterien oder sonstigen mikrobakteriellen Rückstände durch einen Luftbefeuchter in die Raumluft gelangen, ist die regelmäßige Reinigung dieser Geräte unabdinglich. Die Herstellerangaben, insbesondere die Reinigungsintervalle, sind dafür zu berücksichtigen.
 
Die Keimbildung in einem Luftbefeuchter hängt stark von den verwendeten Materialien (vorzugsweise mit antibakterieller Beschichtung), dem Befeuchtungsprinzip und evtl. verbauten Entkeimungsmaßnahmen ab.
 
Heizkörper-Verdunster
Am Heizkörper aufgehängte bzw. aufliegende Wasserbehälter. Von dieser Befeuchtungsmethode wird eindringlich abgeraten! Die Befeuchtungsleistung ist in den meisten Fällen nicht ansatzweise merkbar bzw. ausreichend. Weitaus wesentlicher ist die Tatsache, dass sich das Wasser in diesen Behältnissen durch die warmen Temperaturen zu einem wahren Bakterien- und Schimmelpilzherd entwickeln kann.
 
Verdunster mit Ventilator
Bei dieser Befeuchtungsmethode wird das Wasser durch eine poröse Oberfläche absorbiert und durch die Wirkung des eingebauten Ventilators verdunstet. Es ist besonders darauf zu achten, dass der Wasserbehälter sowie das Trägermaterial des Wassers (Schwamm, Filtermatte, feines Sieb etc.) nicht zu Keimherden werden. Die Reinigungs- und Instandhaltungsmaßnahmen des Herstellers sollten VOR dem Kauf eines solchen Gerätes beachtet werden. Sollte sich trotz des Befolgens der Herstellerangaben ein Biofilm (spürbare schmierige Oberfläche) bilden, wird von einem weiteren Betrieb des Gerätes dringend abgeraten. Die Gefahr, dass mikrobielle Belastungen in die Raumluft eingebracht werden, ist dann sehr hoch.
 
Ultraschall-Vernebler
Ultraschall-Vernebler zerstäuben das Wasser mechanisch mit Hochfrequenzschwingungen (Ultraschall) in winzig kleine Tröpfchen und verbreiten so einen kühlen Nebel (Kaltvernebelung). Auch hier gilt es, dem hygienischen Betrieb besondere Achtung zu schenken, da bei Nichteinhalten der Herstellervorschriften zu Wartung und Reinigungsintervallen eine Keimbildung im Wassertank zu erwarten ist. 
 
Verdampfer
Bei Verdampfern wird das Wasser auf den Siedepunkt erhitzt, wodurch dieses dann in den gasförmigen Zustand übergeht – verdampft. Diese Form der Luftbefeuchtung ist die hygienetechnisch sicherste. Während bei den anderen Verfahren die Befeuchtungsenergie der Raumluft entnommen wird (Luft kühlt ab), wird bei Verdampfern die Befeuchtungsenergie in Form von Strom erbracht. Der Marktanteil mobiler Dampfluftbefeuchter ist kleiner, da sich der Stromverbrauch den Endkunden schwerer verkaufen lässt. Dennoch empfiehlt sich der Kauf eines solchen Gerätes, da im Falle eines Verdampfers der Hygieneaspekt keine Gefährdung der Raumnutzer durch den Befeuchtungsvorgang zulässt. 
 
Bis auf das Befeuchtungsprinzip mittels „Verdampfung“ empfiehlt es sich, einen mobilen Luftbefeuchter zu wählen, der zusätzliche Entkeimungsmaßnahmen bietet, um mikrobielles Wachstum zu vermeiden. Bei Wahrnehmung eines Biofilms (schmierige Oberfläche) ist der Betrieb eines Luftbefeuchters sofort einzustellen!

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Inhalte

Alle Inhalte des Positionspapiers "Raumlufttechnik und Raumluftqualität in Zeiten von Corona" können Sie hier auch online einsehen.

Kapitel 1

Kommentar zur aktuellen Situation

Kapitel 2

Infektionswahrscheinlichkeit vom Faktor „Raumluftqualität“ abhängig

Kapitel 3

Raumlufttechnik im Fokus

Kapitel 4

Fensterlüftung (Lüftungskonzept)

Kapitel 5

Mobile Luftreiniger (Standgeräte)

Kapitel 6

Mobile Luftbefeuchter

Kapitel 7

Maßnahmen zur Reduktion der Infektionswahrscheinlichkeit

Kapitel 8

Quellenangaben
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